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Platz und Auslauf?

Versprechen der “Initiative Tierwohl”

 Die “Initiative Tierwohl” gehört zu den verbreitetsten “Tierwohl”-Kennzeichnungen und viele Verbraucher*innen geben an, auf solche Siegel zu achten. Doch was bedeuten sie für das Leben (und den Tod) der unzähligen Millionen Tiere wirklich, die ihr Leben eingesperrt in den Anlagen der Tierindustrie verbringen und auf ihren Tod warten? Welche Rolle spielt das Tierwohl-Siegel für ihre Existenz und Lebensrealität?

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03/08/2021

Image ist alles

Was bringt das Tierwohl-Siegel den Tieren?

DIE “INITIATIVE TIERWOHL”

Die “Initiative Tierwohl” ist ein privatwirtschaftlich organisierter und finanzierter Zusammenschluss von Supermarktketten wie Aldi, Lidl, Edeka, Kaufland, Rewe und Penny sowie Verbänden der Tierindustrie wie dem Verband der Fleischwirtschaft, dem Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft sowie dem Deutschen Bauernverband. Das Siegel kommt also genau von denen, die jährliche Milliardenprofite mit der Ausbeutung und Tötung von Tieren machen.

 

Die Initiative sieht vier Stufen vor:

Haltungsform 1, die niedrigste Stufe, die eine reine “Stallhaltung” beinhaltet, entspricht den gesetzlichen Mindeststandards. Bei manchen Tieren gibt es jedoch nicht einmal gesetzliche Haltungsvorschriften, so zum Beispiel bei Enten, Puten, und sogenannten Mast- und Milchrindern. Das heißt diese Tiere werden unter Haltungsform 1 so gehalten, wie es „in der Branche üblich ist“, was mitunter extrem tierquälerische Haltungsformen (Anbindehaltung) beinhaltet.

 


Haltungsform 2
nennt sich “Stallhaltung plus” und beinhaltet zehn Prozent mehr Platz für die Tiere (außer für sogenannte Pekingenten und Milchkühe) als Haltungsform 1 sowie zusätzliches Beschäftigungsmaterial. Auch für Tiere, für die es keine gesetzlichen Haltungsvorschriften gibt, gelten in der Haltungsform 2 erweiterte Vorschriften: So müssen zum Beispiel Enten ab dieser Stufe Tageslicht haben und Kühe dürfen nicht angebunden sein.

 


Haltungsform 3
wird als “Außenklima” bezeichnet und beinhaltet sogenannte Anreize für die Tiere, wie z. B. größere Fenster und mehr Frischluft. Die Bezeichnung “Außenklima” ist irreführend, da den Menschen eine Illusion von Tieren mit Auslauf auf Wiesen unter freiem Himmel suggeriert wird. Das ist jedoch weit gefehlt. Es geht lediglich darum, dass etwa Sonnenlicht und Frischluft in die Hallen kommen – auf einer grünen Wiese steht dabei kein Tier.

 


In der Haltungsform 4 “Premium” steht den Tieren doppelt so viel Platz wie in der Haltungsform 1 zu. Für Schweine würde das konkret 1,5 m² Platz pro Tier bedeuten, statt der üblichen 0,76 m² (wie in Stufe 1). Eine Begrenzung der Anzahl der Tiere pro Betrieb gibt es nicht. Ställe mit 40.000 Tieren sind keine Seltenheit, sondern bei “Geflügel” eher die Regel. Für das Leben von sogenannten Masthühnern bedeutet die Haltungsform 4 (“Premium”), dass statt 21 Tieren fortan „nur noch“ 12 bis 14 Tiere auf einem Quadratmeter aneinander gedrängt leben müssen. Zudem soll ihnen während mindestens einem Drittel ihrer kurzen Lebenszeit Auslauf zustehen. Das bedeutet konkret, dass sie etwa 27 Tage ihres Lebens in einen Auslauf “dürfen”. Die Zahlen machen deutlich, dass hier in keinem Fall von so etwas wie “artgerechter Haltung” oder “Tierwohl” gesprochen werden kann. Es handelt sich um die übliche Massentierhaltung mit minimalen Zugeständnissen.

 

IMAGE IST ALLES

Die Tierindustrie hat nicht erst seit gestern mit Imageproblemen zu kämpfen. Mehr und mehr Menschen erfahren über die Zustände und das Leid in der Tierindustrie, auch durch Aufdeckungen von Tierrechtsorganisationen wie ANINOVA. Die Verbraucherschaft ist verunsichert. Damit bringen sie das Geschäftsmodell der Tierindustrie ins Wanken. Die Versprechen von “Tierwohl” sind letztlich ein Mittel, die dem entgegenwirken sollen. Das tatsächliche Wohl von Tieren spielt dabei wohl kaum eine Rolle. In der Tierindustrie sind sie bloße Objekte und Waren, mit denen Gewinne erwirtschaftet werden. 

Gütesiegel und geschönte Verpackungen mit glücklichen Tieren im Supermarkt schaffen eine Illusion, dass es sich um “glückliche Tiere” handelt, welche Verbraucher*innen mit ruhigem Gewissen konsumieren können. Nur, wenn die Gewalt, die Brutalität und die Ausbeutung hinter verschlossenen Türen und fernab neugieriger Augen stattfindet, kann die Industrie weiter ungestört ihr Geschäft mit dem Tod betreiben.

SCHOCKIERENDE MISSSTÄNDE IN TEILNEHMENDEN “TIERWOHL”-BETRIEBEN

Wie wenig von den Versprechungen der “Initiative Tierwohl” letztlich bei den Tieren ankommt, wird immer wieder in unseren Aufdeckungen deutlich. Die Unterschiede zu nicht-teilnehmenden Betrieben sind so gering, dass sich die Missstände von Betrieben, die nicht teilnehmen, nicht unterscheiden: Verletzte und kranke Tiere, die nicht tierärztlich versorgt werden; Buchten voller Kot und Urin und dadurch entstehende Augenentzündungen und Atemwegserkrankungen; ein roher und brutaler Umgang mit Tieren im Alltag.

Folgende Aufdeckungen waren Betriebe, die zum Zeitpunkt der Undercover-Recherche an der “Initiative Tierwohl” teilnahmen:

 

 In der Putenmast sind so viele Puten auf kleinstem Raum in einer Halle, sodass kein Stück Boden mehr zu sehen ist. In der Hühnermast sind so viele Hühner auf kleinstem Raum in einer Halle, sodass kein Stück Boden mehr zu sehen ist.

 

WER TIEREN HELFEN WILL, ISST SIE NICHT

Eine wachsende Zahl an Menschen hinterfragt ihren Konsum und möchte nicht, dass Tiere unnötig für sie leiden. Die Tierindustrie missbraucht diese gut gemeinten Zweifel der Verbraucherschaft und inszeniert über Gütesiegel wie z.B. dem „Tierwohl“-Siegel die Illusion von “Artgerechtigkeit” und “Tierwohl”.

Wer Tiere liebt und ihnen wirklich helfen will, kommt nicht umhin, sie vom Teller zu lassen. Alle Tiere wollen nur eins: leben. Du hast bei jedem Einkauf die Möglichkeit, Tierausbeutung nicht länger zu unterstützen. Stattdessen kannst Du eine abwechslungsreiche, pflanzliche Küche entdecken. Eine vegane Lebensweise ist der einfachste Weg, Tierleid zu mindern.  Probier’s aus!

 

Ein Ferkel wird von einer Frau am Arm gekuschelt. Kuh Denise steht auf der grünen Weide und schaut in die Kamera. Sie streckt die Zunge raus.

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